Vorträge

Katharina von Bora, Lucas Cranach der Ältere 1526, Wartburg Eisenach
Alfred Krupp (1812-1887). Gemeinfrei/Wikipedia
Wilhelm der Reiche, Stich von Heinrich Aldegrever, 1540. Wikipedia

DI  16.05.2017 — 18:00 Uhr   Ruhr Museum

Vortrag Prof. Dr. Jürgen Müller, Technische Universität Dresden: Erasmus und die Reformation

 

Einerseits gilt Erasmus von Rotterdam als Wegbereiter der Refor­mation, andererseits als Gegenspieler Luthers. Wie muss seine Theologie und sein Streit mit Luther bewertet werden? Der Vortrag versteht sich als eine erste Annäherung an das Werk des nieder­ländischen Humanisten und will zugleich seine Bildnisse vorstel­len, die keine geringeren Künstler als Albrecht Dürer und Hans Holbein d. J. gestaltet haben.

 

Veranstaltungsort: Ruhr Museum, Kokskohlenbunker [A16]  

 

Eintritt frei

Porträt des Erasmus von Hans Holbein dem Jüngeren, 1523. Wikipedia.
Gerhard Mercator (links) und Jodocus Hondius, Kartograph, mit Globen vor einer Europakarte, Courtesy Stadt Duisburg
Marktkirche Essen, 2015. Foto: Evangelische Kirche in Essen
Folter von Hexen, 1590. Holzschnitt. Unbekannter Künstler. Wikipedia

Vortrag Dr. Uri R. Kaufmann, Alte Synagoge Essen – Haus jüdischer Kultur: Jüdische Vielfalt im Ruhrgebiet heute

 

Die jüdische Gemeinschaft in Nordrhein­-Westfalen hat sich seit den 1980er Jahren religiös und demographisch sehr verändert:  Es erfolgte eine religiöse Pluralisierung und – zeitlich verschoben – eine starke Zuwanderung aus dem russischen Kulturbereich.

 

Veranstaltungsort: Ruhr Museum, Kokskohlenbunker [A16]  

 

Eintritt frei

DI  13.06.2017 — 18:00 Uhr   Ruhr Museum

Vortrag Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Westfälische Wilhelms­Universität Münster: Reformationen im Islam

 

Nur Fundamentalisten haben in der Regel ein statisches Verständ­nis vom Islam als abgeschlossene Religion. Sie verkennen dadurch die Dynamik und Prozesshaftigkeit der islamischen Lehre. Der Koran legt selbst die ständige Reflexion nahe, um ihn und seine Auslegung im Leben des Muslims zu aktualisieren. Deshalb ist auch Religionskritik von großer Bedeutung. Denn nur in der stän­digen Auseinandersetzung und Konfrontation zwischen Lebenswirklichkeit und Religion können Muslime immer neu aus dem Islam schöpfen.

 

Veranstaltungsort: Ruhr Museum, Kokskohlenbunker [A16]  

 

Eintritt frei

DI  20.06.2017 — 18:00 Uhr   Ruhr Museum

Vortrag Prof. Dr. Traugott Jähnichen, Ruhr-­Universität Bochum: Zwischen begeisterter Zustimmung, schleichender Anpassung und beharrlicher Resistenz. Die evangelische Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus

 

Von einer einheitlichen Stellung der evangelischen Kirchen gegen­über dem NS-­System kann keine Rede sein, da es seit 1933 sehr unterschiedliche Reaktionen gab, die sich im Laufe der Zeit zudem vielfach verändert haben. Im Ergebnis waren die evangelischen Kirchen in der NS-­Zeit gespalten, sie ließen sich einerseits nicht „gleichschalten“, konnten aber andererseits ebenso wenig eine gemeinsame kritische Haltung zum System entwickeln. In unter­schiedlicher Weise haben sich Teile der Kirche resistent verhalten und damit faktisch den totalitären Anspruch der NS-­Ideologie zumindest partiell unterminiert.

 

Veranstaltungsort: Ruhr Museum, Kokskohlenbunker [A16]  

 

Eintritt frei

DI  27.06.2017 — 18:00 Uhr   Ruhr Museum

Vortrag Prof. Dr. Volkhard Krech, Ruhr-­Universität Bochum:

Religiöse Vielfalt und Migration im Ruhrgebiet heute

 

Der Vortrag gibt einen Überblick über die religiöse Lage im gegenwärtigen Ruhrgebiet. Er veranschaulicht insbesondere, wie Migrationsprozesse die religiöse Landschaft der Region verändern.

 

Veranstaltungsort: Ruhr Museum, Kokskohlenbunker [A16]  

 

Eintritt frei

DI  04.07.2017 — 18:00 Uhr   Ruhr Museum

Vortrag ENTFÄLLT leider aus organisatorischen Gründen!

 

Vortrag Prof. Dr. Herman Johan Selderhuis,  Theologische Universiteit Apeldoorn: „Die Tyrannei vertreiben, die mir mein Herz verwund‘t.“ Revolte und Reformation im  niederländischen Calvinismus

 

Prof. Dr. Herman Johan Selderhuis erörtert die enge Verbindung zwischen der Theologie der Reformation und dem Streben nach Unabhängigkeit in den Niederlanden und zeigt, wie der von Luthers Denken geprägte Calvinismus sich ganz eigenartig in Kirche, Gesellschaft, Kultur und Politik im 16. und 17. Jahrhundert gestaltete.

 

 Veranstaltungsort: Martin Luther Forum Ruhr

 

Eintritt frei

ENTFÄLLT:   DO  06.07.2017 — 19:00 Uhr   Martin Luther Forum Ruhr 

Vortrag Prof. Dr. Michael Basse, Technische Universität Dortmund, und Prof. Dr. Marcel Nieden, Universität Duisburg­-Essen:

Reformation im Ruhrgebiet

 

Dass Martin Luther nie den Raum des heutigen Ruhrgebiets besucht hat, ist allgemein bekannt. Seine Lehren und Ideen  hingegen haben das Ruhrgebiet sehr wohl erreicht und geprägt. Auf welchem Weg dies geschah und wie die Reformation das  heutige Ruhrgebiet beeinflusst hat, ist Thema des Abends.

 

 Veranstaltungsort: Martin Luther Forum Ruhr

 

Eintritt frei

DO  27.07.2017 — 19:30 Uhr   Martin Luther Forum Ruhr

Vortrag Angelika Müller M.A., Marl, mit Podiumsdiskussion: Zuwanderung als Glaubenssache. Migration und Religion im Ruhrgebiet

 

Der Glaube als das transportable Identitätsmerkmal der Arbeitsmigranten und Vertriebenen begründete im 20. Jahrhundert eine Vielfalt von Religionsgemeinschaften im Ruhrgebiet. Am Beispiel der lutherischen Masuren und der muslimischen Türken wird die Bandbreite zwischen Assimilation, Integration und Segregation deutlich.

 

Teilnehmer: Sabine Sinagowitz, Evangelischer Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, und Hüseyin Inam, Herne, Kuratoriumsmitglied des Zentralinstituts Islam-­Archiv­ Deutsch­land 
 

 Veranstaltungsort: Martin Luther Forum Ruhr

Vor der Veranstaltung um 18:30 Uhr Themenführung

 

Eintritt frei

DO  14.09.2017 — 19:30 Uhr   Martin Luther Forum Ruhr

Vortrag Prof. Dr. Günter Brakelmann, Bochum:

Deutsche Christen an der Ruhr. Zur Gegensätzlichkeit von Deutschen Christen und Bekennender Kirche an der Ruhr in den Anfangsjahren 1933 /1934 der nationalsozialistischen Herrschaft 

 

Die Deutschen Christen – eine nach dem Führerprinzip organisier­te Bewegung während des Nationalsozialismus – forderten „Rassenreinheit“ als Bedingung für eine Mitgliedschaft und die Loslösung der evangelischen Kirche von ihren jüdischen Wurzeln. Als Gegenbewegung bildete sich die Bekennende Kirche, die die Lehren der Deutschen Christen in der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 verwarf.

 

 Veranstaltungsort: Martin Luther Forum Ruhr

Vor der Veranstaltung um 18:30 Uhr Themenführung

 

Eintritt frei, Spende erbeten

DI  08.11.2016 — 19:30 Uhr   Martin Luther Forum Ruhr

Vortrag Prof. Dr. Ute Gause, Ruhr-­Universität Bochum:

Katharina von Bora, die Lutherin

 

Die ehemalige Nonne und Ehefrau von Martin Luther hatte  einen weitaus größeren Einfluss auf die Reformation als allgemein bekannt. Ihr Wirken und ihr Beitrag zur Entwicklung  der Reformation sollen in einem Vortrag mit anschließender  Diskussion dargestellt werden.

 

 Veranstaltungsort: Martin Luther Forum Ruhr

Vor der Veranstaltung um 18:30 Uhr Themenführung

 

Eintritt frei

DO  12.01.2017 — 19:30 Uhr   Martin Luther Forum Ruhr

Vortrag Dr. Heike Plaß, Münster: Das Täuferreich von Münster

 

„Ein schön edel Weib aus Holland, die zuvor einen Propheten gehabt, der vor Münster erschlagen ward“. Fanatismus, Vielehe, Zwangstaufe, Schreckensherrschaft – mit diesen Schlagworten wird das „Täuferreich“ in Münster (1534/35) in Verbindung gebracht. Der Vortrag betrachtet die Bewegung der Täufer von der alltagsgeschichtlichen Seite. Wie konnte es zu dieser Schreckensherrschaft kommen? Wer waren die Menschen, die hinter dieser Bewegung steckten? Und wer waren die Opfer? Wie sahen ihre Lebensumstände, Hinter-­ und Beweggründe aus? Welche Rolle spielten Frauen im Reich der Täufer? Wer war Hille Feicken, das „schön edel Weib“?

 

 Veranstaltungsort: Martin Luther Forum Ruhr

 

Eintritt frei

DI  07.03.2017 — 19:30 Uhr   Martin Luther Forum Ruhr

Vortrag Frederic Decker, Martin Luther Forum Ruhr: „… dann bringt Arbeit Segen, dann ist Arbeit Gebet.“ Wechselwirkungen von Wirtschaft und Religion am Beispiel des Unternehmers Alfred Krupp

 

Alfred Krupp ist noch heute weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Als Unternehmer im beginnenden Industriezeital­ter steht er als Sinnbild für den wirtschaftlichen Aufschwung des Ruhrgebiets. Doch wie stand es um die Religiosität des Unterneh­mers Alfred Krupp? Und welchen Stellenwert hatten Religion und Konfession im Kruppschen Unternehmen?

 

 Veranstaltungsort: Martin Luther Forum Ruhr

 

Eintritt frei

DI  11.04.2017 — 19:30 Uhr   Martin Luther Forum Ruhr

Vortrag Dr. Norbert Friedrich, Fliedner­-Kulturstiftung Kaiserswerth, Düsseldorf: Zur sozialen Verantwortung des Protestantismus von der Reformation bis zur Gegenwart. Zum diakonischen Handeln im Ruhrgebiet 

 

In kaum einer Region Deutschlands befinden sich so viele evange­lische (und katholische) Krankenhäuser und andere diakonische Einrichtungen wie im Revier. Dies lässt sich zwar historisch erklä­ren, es hat aber auch große Bedeutung für unser Verständnis von Kirche und Diakonie in der Gegenwart. An diesem Abend sollen sowohl die historischen Entwicklungslinien aufgezeigt als auch Überlegungen zur aktuellen diakonischen Aufgabe im Revier angestellt werden.

 

 Veranstaltungsort: Martin Luther Forum Ruhr

Vor der Veranstaltung um 18:30 Uhr Themenführung

 

Eintritt frei

DI  25.04.2017 — 19:30 Uhr   Martin Luther Forum Ruhr

Vortrag Prof. Dr. Gudrun Gersmann, Universität zu Köln: Wasserproben und Hexenverfolgungen an Rhein und Ruhr

 

Das „Ruhrgebiet“ war in der Epoche der Frühen Neuzeit ein geographischer Raum, in dem verschiedene Herrschaftssysteme aufeinanderprallten. Der Vortrag zeigt, welche unterschiedlichen Ausprägungen die Hexenverfolgungen etwa in den Stiften Essen und Rellinghausen, im Vest Recklinghausen oder in der Grafschaft Mark haben konnten. Besonderes Gewicht wird auf die Darstellung der Wasserproben gelegt, die eine „Spezialität“ der Region bildeten.

 

Veranstaltungsort: Ruhr Museum, Kokskohlenbunker [A16]  

 

Eintritt frei

DI  23.05.2017 — 18:00 Uhr   Ruhr Museum

Prof. Dr. Lucian Hölscher, Ruhr­-Universität Bochum: Protestantismus nach der Aufklärung. Die Entstehung der säkularen Gesellschaft

 

Eine säkulare Gesellschaft gab es zur Zeit der Reformation noch nicht. Sie wird jedoch häufig als ein Kind des Protestantismus bezeichnet. Wie positionierte sich die Protestantische Kirche im 19. Jahrhundert zwischen Tradition und Moderne?

 

Veranstaltungsort: Ruhr Museum, Kokskohlenbunker [A16]  

 

Eintritt frei

DI  30.05.2017 — 18:00 Uhr   Ruhr Museum

Vortrag Prof. Dr. Ulrich Willems, Westfälische Wilhelms­-Universität Münster: Religiöse Pluralität als Herausforderung bundesdeutscher Religionspolitik

 

Die religiöse Landschaft der Bundesrepublik hat sich seit der deutschen Vereinigung im Zuge von Migration, Entkirchlichung und Individualisierung erheblich pluralisiert. Der Vortrag diskutiert die Herausforderungen, die sich aus dieser religiösen Pluralisie­rung für das deutsche Modell einer engen Kooperation von Staat und Kirche ergeben, und zieht eine Bilanz der bisherigen Antworten der Politik auf diese Herausforderungen.

 

Veranstaltungsort: Ruhr Museum, Kokskohlenbunker [A16]  

 

Eintritt frei

DI  06.06.2017 — 18:00 Uhr   Ruhr Museum

Gebet während des Ramadans, Essen, Juli 1980. Foto: Marga Klingler, Ruhr Museum
Schemini Azereth (Schlussfest des Laubhüttenfestes) in der Synagoge, Dortmund, 2009. Foto: Brigitte Kraemer

Vortrag Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis, Universität Innsbruck:

Religiöser Alltag im Wandel. Reformationen im Ruhrgebiet

 

Der Vortrag widmet sich den Änderungen religiöser Auffassungen und Praktiken, die sich durch den vielfältigen politischen, kirchlichen und sozialen Wandel in der Reformationszeit im  Raum des heutigen Ruhrgebiets vollzogen. Frauen und Männer der damaligen Zeit rangen um die Vorstellung eines gnädigen Gottes, um Traditionen, Freiheitsrechte und Lebensentwürfe und stießen dabei auf politische Rahmenbedingungen, die dramatisch in Fluss gerieten.

 

Veranstaltungsort: Ruhr Museum, Kokskohlenbunker [A16]  


Eintritt frei

DI  09.5.2017 —18:00 Uhr   Ruhr Museum

Vortrag Prof. Dr. Ralf-­Peter Fuchs, Universität Duisburg-­Essen:

Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg, Graf von der Mark und Ravensberg, und seine Religionspolitik an Ruhr und Niederrhein

 

Herzog Wilhelm V. von Jülich­-Kleve-­Berg (1516 – 1592) gehört zu jenen Landesherren, die als bekennende Katholiken eigene Wege zur kirchlichen Reformation suchten. Der Vortrag geht den Fragen nach, welche Konzepte an seinem Hof entwickelt wurden und wie er versuchte, angesichts einer durch Kriege in der Nachbarschaft zunehmenden Gefahr für seine Untertanen „Realpolitik“ zu betreiben.

 

 Veranstaltungsort: Ruhr Museum, Kokskohlenbunker [A16]

 

Eintritt frei

DI  02.05.2017 — 18:00 Uhr   Ruhr Museum